Systema ist zugleich Kampfkunst und ein Weg zum persönlichen Wohlbefinden, welches dem Sportler zur Selbsterkenntnis verhelfen kann. Das Einzigartige dieser Kampfkunst ist, dass sie keine überlieferten Techniken oder starren Bewegungsabläufe vermittelt, es kein Graduierungssystem gibt, keine besondere Kleidung vorschreibt und dass die einzige zu befolgende Regel die des Respekts gegenüber dem Trainingspartner ist. Um Systema auszuüben sind weder vorherige Kampfkunstkenntnisse notwendig, noch müssen bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Prinzipien

Die vier Säulen des Systema sind die richtige Atmung, Entspannungtechniken, Bewegungen und Kenntnisse der Körperstruktur.

Während in vielen anderen Kampfsportarten die Bedeutung der richtigen Atmung stets betont wird, wird sie im Systema bewusst angewandt. Indem man lernt, sich Anspannungen durch Atemtechniken zu entledigen, entspannt sich der Körper und es wird möglich, sich zu bewegen ohne zusätzliche Spannungen entstehen zu lassen. Durch die Arbeit mit der Struktur des Körpers weichen unnötig steife Bewegunsmuster flüssigen Bewegungen.

Intuitiver Ansatz

Systema ist eine freie Kampfkunst, die statt auf Kampfstrategien und feste Bewegungsabläufe auf Intuition und Spontaneität des Sportlers setzt. So lernt er, sich gegen jeden beliebigen körperlichen Angriff zu verteidigen, sei es stehend, am Boden oder gegen mehrere Angreifer.

Kreativität, Anpassungsfähigkeit & Selbstvertrauen

Im Systema kommen natürliche Bewegungen zum Einsatz, die durch ihre an Zeitlupe grenzende Langsamkeit Atmung und begleitende Körperbewegungen in Einklang bringen. Der Sportler lernt durch einen spielerischen Ansatz, sich jeder neuen Situation anzupassen und entwickelt so seine eigenen Techniken. Anstatt bewusst zu handelt, agiert und reagiert er fortan zunehmend intuitiv.

Das Training besteht aus einer Vielzahl an beliebig miteinander kombinierbaren Übungen, die daraf abzielen den Körper des Sportlers zu stärken, ihm zur Entspannung zu verhelfen, seine Geschmeidigkeit zu fördern und Stress abzubauen. Die langsamen Bewegungsabläufe erlauben es Jedem, entsprechend seiner Körperstruktur und seiner Fähigkeiten zu lernen und seiner Inspiration freien Lauf zu lassen.

Russland musste sich im Laufe seiner Geschichte mit vielen Angreifern (den Wikingern, den Skythen, dem Samartinern, den Mongolen…) auseinandersetzen.

Jedes dieser Völker benutzte seine eigenen Waffen und Kampfstrategien. Dies bedeutete für die russischen Soldaten, dass sie vielseitig sein und sich anpassen können mussten. Darüber hinaus ist Russland geografisch gesehen mit seinen Ebenen, Bergen und Wüsten ein mannigfaltiges Land und sein Klima variiert sehr und sorgt sowohl für sehr heiße Sommer, als auch für extrem kalte Winter. Aufgrund dieser Vielfältigkeit, sowohl im Bezug auf die äußeren Bedingungen als auch auf ihre Gegner, hatten die Soldaten keine andere Wahl als eine flexible, vielfältige und multifunktionale Kampftechnik zu entwickeln.

Systema taucht in den Geschichtsbüchern zum ersten Mal im 10. Jahrhundert nach Christus auf. Sowohl Berufssoldaten als auch die zu Kriegszeiten mobilisierte Zivilbevölkerung benutze es und entwickelte es mit der Zeit weiter. Letztere kehrten nach dem Ende eines Kriegs zu ihrem bürgerlichen Leben zurück. Jedoch lernte jeder russische Junge im Laufe seiner Ausbildung grundlegende Kampftechniken und auf Volksfesten wurden regelmäßig Wettbewerbe ausgetragen, in denen Männer mit Waffen oder mit Fäusten gegeneinander kämpften. Diese Art von Wettbewerben erlaubte es den Männern, ihre Kampftechniken in Friedenszeiten zu trainieren.

Als der Kommunismus im Jahre 1917 Einzug hielt, wurden alle früheren Traditionen abgeschafft. Systema wurde als geheime Verteidigungstechnik eingestuft und blieb somit dem einfachen Volk verwehrt. Stattdessen gab man ihnen „Sambo“, eine russische Kampfsportart, die für das Regime nicht zur Gefahr werden konnte. Dennoch wurde das traditionelle Systema von einigen Volksgruppen weiterhin heimlich ausgeübt und auch innerhalb des Militärs in der Spezialeinheit „SpezNas“ wurde es weiter trainiert.

Mikhail Ryabko ist es zu verdanken, dass Systema heute der Allgemeinheit zugängig ist. Er entwickelte eine abgewandelte Form des traditionellen Systema und gründete seine eigene Schule, die „poznaj sebya“ (dt.: „entdecke dich selbst“).

Artikel über Systema France auf dem Kampfsportblog von Le Monde (30.10.2013, Emmanuel Versace, frz.)

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Mouth Breathing During Exercise May Increase Your Risk for Asthma and Cardiac Problems (Dr. Mercola, engl.)

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Systema France: Artikel

Systema Lyon: Artikel

Artikel über Systema: SystemaArticles